Eine empirisch entwickelte Taxonomie der Struktur deutscher Gesetze.
Sie zerlegt jeden Gesetzestext in eine 3-stufige Hierarchie: vom Absatz-Normtyp
(Gebotsnorm, Verbotsnorm, Definition…) über die Satzfunktion
innerhalb des Absatzes (Hauptregel, Ausnahme, Verweis…) bis hinunter zur
semantischen Entity (Tatbestandsmerkmal, Rechtsfolge, Strukturbegriff…).
Jede Ebene hat ein eigenes Codebuch mit klar definierten Kategorien.
Die Verwaltungsverfahren aus dem Gaststättenrecht (Erlaubnis, Anzeige, Untersagung…) als komponierte
Prozessketten über dem Normstruktur-Graphen — mit Akteuren, Bescheiden und Entscheidungspunkten.
Zeigt auch den Bund/Land-Kontrast: Erlaubnisregime (Bund) vs. Anzeigeregime (Baden-Württemberg).
Ebene 1
NT
Normtypen ? Kategorien
→
Ebene 2
SF
Satzfunktionstypen 7 Kategorien
→
Ebene 3
EK
Entity-Klassen ? Kategorien
Korpus
Verfahren
Mehrstufige Strukturanalyse: regelbasiert + LLM-gestützt, mit empirischer Validierung
Gesetzestext importieren und als strukturierten Corpus aufbereiten.
Stage 2–4
Normtyp → Satz → Satzfunktion
Jeder Absatz wird einem Normtyp (NT) zugeordnet. Daraus werden Sätze extrahiert und
nach ihrer Funktion im Absatz (SF) klassifiziert.
Stage 6–7
Entity-Klassifikation & Katalog
Rechtsbegriffe werden identifiziert und einer Entity-Klasse (EK) zugeordnet.
Deduplizierung & Katalogaufbau über alle Gesetze.
Normtypen (NT) klassifizieren die Funktion eines Gesetzesabsatzes.
18 Kategorien — 14 normative Typen, 3 nicht-normative Texttypen, 1 Auffangkategorie.
Jeder Absatz bekommt genau einen Normtyp zugewiesen.
Satzfunktionstypen (SF) klassifizieren die Funktion einzelner Sätze
innerhalb eines Absatzes. Ein Satz kann die Hauptregel tragen (SF-HAUPT),
sie präzisieren (SF-KONKRET), eine Ausnahme formulieren (SF-AUSNAHME) oder
auf andere Normen verweisen (SF-VERWEIS). 7 Kategorien.
Entity-Klassen (EK) sind die feinste Ebene: funktionale Kategorien
für Rechtsbegriffe innerhalb eines Satzes. 9 Klassen + EK-NEW
für nicht zuordenbare Begriffe.
Erwartungsmatrix NT × EK zeigt die empirische Verteilung:
Welche Entity-Klassen treten in welchen Normtypen auf? Basierend auf
? Entities aus ? Gesetzen.
Blau = häufiger als Durchschnitt.
Was bedeuten die Zahlen?
Jede Zelle zeigt die Wahrscheinlichkeit (0.0 bis 1.0), dass ein Rechtsbegriff einer bestimmten Entity-Klasse (Spalte) in einem bestimmten Normtyp (Zeile) vorkommt.
Beispiel: NT-10 × EK-01 = 0.5 bedeutet: Wenn eine Rechtsfolgenbestimmung (NT-10) einen Rechtsbegriff enthält, ist dieser mit 50% Wahrscheinlichkeit ein Tatbestandsmerkmal (EK-01).
Lesehilfe: Hohe Werte (dunkelblau) zeigen typische Kombinationen — z.B. enthalten Gebotsnormen erwartungsgemäß viele Tatbestandsmerkmale (EK-01) und Rechtsfolgen (EK-02). Niedrige Werte (0.0) bedeuten, dass diese Kombination selten oder nie vorkommt.
Die Werte addieren sich pro Zeile auf 1.0 (= 100%). NT-15 bis NT-17 sind nicht-normative Texttypen (Katalogeinträge, Bewertungskriterien, Erwägungsgründe), die ebenfalls Rechtsbegriffe enthalten können.
Drill-Down auf einzelne Gesetze. Wähle ein Gesetz, um dessen
Normtyp- und Entity-Verteilung zu sehen.
NT × EK Matrix
Normtypen
Entity-Klassen
Anhang → Artikel Verknüpfung
Welche Artikel delegieren an welche Anhänge? Zeigt die strukturelle Verknüpfung zwischen
Anhängen und den delegierenden Artikeln im Hauptteil des Rechtsakts.
Begriffsdefinitionen — …
Suche über Begriffe und Definitionen, gefiltert nach Gesetz.
Strukturierte Suche — Stelle Fragen an die Gesetzesdatenbank in natürlicher Sprache.
Die Anfrage wird in eine Datenbankabfrage übersetzt und das Ergebnis zusammengefasst.
Generierte SQL-Abfrage
EU-Begriffsbestimmungen (autoritativ, zweisprachig) — direkt aus den
amtlichen EUR-Lex-Formex-Quellen (DE + EN), mit Fassungs-Zeitachse, aufgelösten
Rechtsakt-Verweisen (farbig) und Häufigkeits-Statistik. Unabhängig von der Normanalyse-Pipeline.